
50 Jahre Freundeskreis Schloss Hungen e.V. (1976-2026)
1. Geschichte und Struktur
- Gründung und Ursprung: Der Freundeskreis Schloss Hungen e.V. wurde 1976 aus der ursprünglichen Schlossgruppe – der Gemeinschaft der Miteigentümer – gegründet. Seit fast fünf Jahrzehnten entwickelt der Verein ein bewährtes Kulturkonzept für den ländlichen Raum in Oberhessen, das durch Elemente des bürgerschaftlichen Engagements und vom Ehrenamt getragen wird.
- Nutzung des Baudenkmals : In enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Eigentümergemeinschaft (Schlossgruppe) nutzt der gemeinnützige Verein seit fünfzig Jahren die Gemeinschaftsräume sowie das gesamte Schlossgelände als öffentliche Veranstaltungsorte.
2. Kulturkonzept und Denkmalpflege
Vielstimmiges Jahresprogramm : Das Jahresprogramm umfasst Angebote aus verschiedensten Kunstsparten und Themenbereichen. Es richtet sich an eine breite Öffentlichkeit; regt zum Nachdenken an und schafft Raum für Begegnung und gesellschaftlichen Dialog. Das Prinzip eines bewohnten Denkmals (Schloss) erzeugt einen produktiven Kontrast zwischen alt und neu, privat und öffentlich, überliefert und lebendig. Genau darin liegt das besondere kulturelle Potential dieses Gemeinschaftsprojekts.
- Teilhabe am Blick auf Kunst & Kultur: Getragen vom Ehrenamt der Vereinsmitglieder und der Unterstützung der Eigentümer entstand ein offenes, vielstimmiges Kulturkonzept. Es verbindet Generationen, stärkt das Gemeinwohl und fördert eine lebendige Demokratie – in der Stadt Hungen wie im ländlichen Raum insgesamt.
3. Kulturerlebnis und öffentliche Wirkung
- Kultur für alle Alle: Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, die Veranstaltungen im Schloss zu besuchen. Der gemeinsame Austausch erweitert den Blick auf Kunst und Kultur.
- Historische Räume als lebendige Orte : An den konkreten Veranstaltungsorten – Schlosshof, Blauer Salon/Saal, Pferdestall und Schlossgarten – erleben die Besucherinnen und Besucher das Baudenkmal auf zwei Ebenen zugleich: als historisches Zeugnis mit baugeschichtlichen Informationen und als lebendigen Ort gegenwärtigen Kulturlebens.
4. Denkmalpflege als Kulturgeschichte
- Das Schloss als aktiver Ort der Kultur
Kulturelle Ereignisse als historische Spiegelung
Das „kleine“ Schloss Hungen, das gleichzeitig bewohnt und als Kulturort genutzt wird, bietet eine seltene Konstellation: Die Baugeschichte ist nicht musealisiert, sondern lebt weiter. Genau darin liegt das Potential – nicht im distanzierten Betrachten, sondern im erlebbaren Zusammenhang von Vergangenheit, Gegenwart und Nutzung als Gruppenwohnprojekt, das sich als kulturelle Aufgabe versteht. Das historische Gebäude wird fortlaufend zum „Wohnen im Denkmal“ und Treffpunkt. - Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft
Ausgangslage und Grundprinzip
Die Verbindung von historischer Bausubstanz und zeitgenössischem Kulturleben bildet eine tragfähige Vision aus. Den Kern des Schlossprojekts bildet die Selbstorganisation, die das Schloss zu einem soziokulturellen Lebens- und Wohnort machte und den Gemeinschaftscharakter sowie die weitere Entwicklung bis heute sicherte.
5. Elemente für eine Gesellschaft der Zukunft
- Kontinuität seit der Gründung : Die Grundidee des Vereins ist seit 1976 unverändert: Durch ehrenamtliches Engagement entstehen konkrete Kulturprojekte im Baudenkmal, das offen und zugänglich ist und so zu einem öffentlichen Raum für Begegnungen und historischen Orientierungspunkt wird.
- Zivilgesellschaftliche Elemente im Jahresprogramm
Das Jahresprogramm verbindet Kunst und Kultur mit ehrenamtlichem Engagement, sozialer Verantwortung und politischer Teilhabe – zentrale Bausteine einer aktiven Zivilgesellschaft. - Zukunftsperspektive : Das Veranstaltungskonzept soll auch künftig den gesellschaftlichen Nutzen einer solidarischen, wertschätzenden und generationsübergreifenden Zivilgesellschaft sichtbar machen und in ein innovatives Verständnis von Denkmalpflege einbetten – exemplarisch gefasst im Leitgedanken „50 Jahre Wohnen im Kulturdenkmal“.
